Kampf um Harvard

Angst (USA, 2025)
Folge 1

bis 20:45
Gesellschaft und Politik
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • 20261027201500
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Übersicht

Nach dem 7. Oktober 2023 geriet Harvard in den Fokus: Antisemitismusvorwürfe und der Rücktritt der Präsidentin Claudine Gay nach nur sechs Monaten spielten dem MAGA-Lager in die Hände. Propalästinensischer Aktivismus wurde unterdrückt, Festnahmen schürten Angst - und der Protest verstummte. Eine gezielte Kampagne gegen kritische Stimmen an US-Universitäten.

Themen

    Details

    Der Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 markierte einen Wendepunkt - auch für die US-Eliteuniversität Harvard. Nur wenige Monate nach dem Amtsantritt von Präsidentin Claudine Gay eskalierte eine Krise, die die Hochschule in den Mittelpunkt einer politischen Schlacht rückte. Eine Stellungnahme propalästinensischer Studierendengruppen und die anschließenden Proteste gegen den Gaza-Krieg wurden von Medien und Politik instrumentalisiert. Das MAGA-Lager nutzte die Gelegenheit, um die These zu verbreiten, das amerikanische Hochschulwesen sei von Antisemitismus durchsetzt. Die Kontroverse gipfelte in Gays Anhörung vor dem Kongress. Ihre Antwort auf die Frage, wie man an der Uni mit Aufrufen zum Völkermord an den Juden umgehe, sorgte international für Empörung. Kurz darauf folgten Plagiatsvorwürfe, und nach nur sechs Monaten trat sie zurück - ein Erfolg für die konservativen Hardliner. Doch die Offensive gegen Harvard hat eine längere Vorgeschichte. Bereits während des Vietnamkriegs wurden Universitäten zu Zentren des Protests, und Politiker wie Richard Nixon erklärten „die Professoren“ zu Staatsfeinden. Donald Trump griff diesen Kampf wieder auf: Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus setzte er eine Task Force gegen Antisemitismus ein und übte finanziellen Druck auf Harvard aus. Parallel veröffentlichte die konservative Heritage Foundation mit dem „Project Esther“ einen Fahrplan zur Bekämpfung propalästinensischer Aktivisten. Die Festnahme zweier ausländischer Studierender, Mahmoud Khalil und Rümeysa Öztürk, durch die US-Einwanderungsbehörde ICE verschärfte die Angst auf dem Campus. Kritische Stimmen verstummen, während die Regierung gezielt gegen „linke Hochschulen“ vorgeht. Die Botschaft ist klar: Wer sich für Palästina einsetzt, riskiert Repression. Die Freiheit der Wissenschaft steht auf dem Spiel - und mit ihr die Zukunft des politischen Diskurses in den USA.

    Hinweis

    Personen

    Regie:Sandrine Rigaud, Serge Turquier, Robert Libetti, Mike Shum


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