Übersicht
Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von 2023 leben in der türkischen Provinz Hatay noch immer rund 160.000 Menschen in engen Containerdörfern. In der Region läuft eines der größten Wiederaufbauprogramme des Landes auf Hochtouren. Doch wie die tausenden Neubauten errichtet werden, stößt zunehmend auf Kritik. So ist die historische Stadt Antakya nicht wiederzuerkennen.
Themen
Details
Das Erdbeben 2023 war eines der schwersten in der Türkei und forderte mehr als 50.000 Opfer in der Region. Rund 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Präsident Recep Tayyip Erdo?an versprach den Menschen, innerhalb eines Jahres neuen Wohnraum zu schaffen. Schnell wurden provisorisch riesige Containerdörfer errichtet und ein gewaltiges Bauprojekt gestartet.Aus einem Jahr wurden mittlerweile drei Jahre und die Lage ist angespannt: Enge, Überfüllung, fehlende Privatsphäre und eine permanente Unsicherheit führen in den Containerdörfern zu Erschöpfung, Angstzuständen und psychosozialen Problemen.Auch Sevinç, ihr Ehemann und ihre drei Kinder leben in einem der Container. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als ein neues Zuhause. Ihnen wurde jetzt endlich eine Wohnung zugelost, doch der Einzug verzögert sich. Nun macht auch noch das Gerücht die Runde, dass die Containerdörfer geräumt werden sollen. Sevinç und ihre Familie sind verzweifelt.Die Menschen in den Containern wünschen sich schnell ein sicheres Dach über dem Kopf. Doch die rasante Transformation der Stadt Antakyas verfolgt die Stadtplanerin Tu?çe Tezer mit großer Skepsis. In der Umgebung der historisch einst bedeutenden Stadt stehen jetzt endlose Reihen von Hochhäusern ohne Infrastruktur. Sie will die Erinnerung an das antike Antakya bewahren und organisiert Touren durch das zerstörte Zentrum und lädt Besucher dazu ein, ihre traumatischen Erinnerungen und Erfahrungen durch das Erdbeben zu teilen.
Hinweis