aspekte

Kulturkampf in Sachsen-Anhalt (Deutschland, 2026)

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Magazin
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    Was passiert mit Kunst und Kultur, wenn die AfD regiert? Warum Theater, Museen und Kirchen in Sachsen-Anhalt um ihre künstlerische Freiheit fürchten.Mit Didi Hallervorden, Bill und Tom Kaulitz sowie AfD-Kulturpolitiker Hans-Thomas Tillschneider. „aspekte“ reist durch Sachsen-Anhalt und zeigt, wie um Kunst, Kultur und Identität gestritten wird.Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl am 6. September 2026 erstmals Regierungsverantwortung übernehmen. Im Wahlkampf fordert sie ein Bekenntnis zu Patriotismus, deutsche Werke und weitere, tiefgreifende Veränderungen in der Kulturpolitik. Was passiert mit Kunst und Kultur, wenn die Partei tatsächlich an die Macht kommt? Theater, Museen, Kirchen und Künstler im Land diskutieren diese Frage längst als konkrete Zukunftsfrage.Der AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider gilt als Architekt des Kulturprogramms seiner Partei in Sachsen-Anhalt und als einer der wichtigsten Vordenker einer Kulturpolitik, die von Kulturschaffenden ein Bekenntnis zum Patriotismus unterschrieben haben will und auf nationale Identität setzt. Jo Schück trifft ihn und fragt: Was hat die in weiten Teilen rechtsextreme Partei vor? Und warum will sie so massiv in die Kultur eingreifen?Viele Kulturschaffende verfolgen den Wahlkampf mit Sorge. Was bedeuten die Forderungen für sie? Im Theater Magdeburg befürchtet Generalintendant Julien Chavaz, dass politische Einflussnahme und finanzielle Kürzungen die künstlerische Freiheit unter Druck setzen könnten.Im Bauhaus Dessau erinnert man sich daran, dass die weltberühmte Institution bereits früher Ziel politischer Angriffe war. Direktorin Barbara Steiner erklärt, warum die aktuellen Debatten rund um den Begriff der „Moderne“ dort besonders aufmerksam verfolgt werden.Auch die Kirchen stehen vor einer grundlegenden Auseinandersetzung. Während die AfD christliche Traditionen betont, aber die Kirchensteuer streichen be­zie­hungs­wei­se umverteilen will, werfen Kirchenvertreter der AfD vor, mit ihrer Ausländerpolitik die Menschenwürde zu verletzen. Während das AfD-Programm damit droht, der Kirche Gelder zu streichen, möchte die evangelische Kirche einen AfD-nahen Pfarrer rausschmeißen.In Dessau trifft Jo Schück den Schauspieler und Theaterleiter Didi Hallervorden. Der gebürtige Dessauer engagiert sich kurz vor der Wahl öffentlich gegen die AfD und macht Wahlkampf für die CDU und jede andere demokratische Partei, die ihn möchte. Der 90-Jährige warnt vor politischen Eingriffen in Kunst und Kultur und erinnert an das, was er als Kind im 3. Reich und in der DDR erlebte.Die Kaulitz-Brüder, aufgewachsen in einem kleinen Dorf vor Magdeburg, sind schon lange aus Sachsen-Anhalt weggezogen, eher geflohen, um dem Trubel, aber auch der Hetze und rechten Gewalt der 2000er zu entkommen. Eher würden die Tokio-Hotel-Brüder das Musikmachen aufgeben, als je wieder zurückzuziehen.Aber es gibt auch sie: Menschen, die in Sachsen-Anhalt geboren sind, bleiben und sich einmischen: der Musiker und Moderator Stephan Michme, Satiriker, Chorsängerinnen und Chorsänger sowie Kulturveranstalter im ganzen Land. Sie erleben, wie die politischen Konflikte immer stärker den kulturellen Alltag prägen - auf Bühnen, in Vereinen und in Proberäumen.Die Reise durch Sachsen-Anhalt zeigt ein Land, in dem der Streit um Kultur längst begonnen hat. Und sie führt zu einer Frage, die weit über die Landesgrenzen hinausreicht: Wie frei bleiben Kunst und Kultur, wenn die AfD politische Verantwortung übernimmt?

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    Personen

    Moderator:Jo Schück


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