Don Juan, tot und lebendig

Frankreich, 2023
bis 02:30
Dokumentation
  • Stereo
  • HDTV
  • 20260927005500
VPS 00:00

Übersicht

Abenteurer, Schürzenjäger, Frauenheld: Don Juan durchzieht als Figur die europäische Literatur- und Musikgeschichte. Während der Verführer im 19. Jahrhundert noch positiv gesehen wurde, wird sein Frauenbild spätestens seit #MeToo kritisch hinterfragt. Mozarts „Don Giovanni“ oder Molières „Don Juan“ ziehen immer noch das Publikum in ihren Bann. Woher kommt die anhaltende Faszination?

Themen

    Details

    Es lässt sich nicht leugnen: Don Juan ist ein Lügner, Betrüger, Ehebrecher, Vergewaltiger und Mörder. Im Namen der Freiheit verweigert er jegliche Reue. Er schert sich nicht um Recht, Ordnung und gesellschaftliche Konventionen. Seit ihn der spanische Mönch Tirso de Molina im frühen 17. Jahrhundert erstmals auf die Bühne brachte, endet der archetypische Frauenheld - auch als Don Giovanni bekannt - in allen ihm gewidmeten Werken in der Hölle. Und dennoch geistert er bis heute durch die kollektive Vorstellungswelt. Wohl kaum ein Jahr vergeht, ohne dass ein Theater oder Opernhaus den Stoff inszeniert, ein Sänger oder Schauspieler in die Haut des Verführers schlüpft und ein Regisseur oder eine Regisseurin über eine Neuinterpretation nachdenkt. Von Paris über Tokio bis nach Sydney zieht der dämonische Freigeist, dem Molière zu literarischem und Mozart zu musikalischem Ruhm verhalfen, das Publikum in seinen Bann. Genau diese paradoxe Anziehungskraft steht im Mittelpunkt der Dokumentation: Woher kommt die Faszination für diesen provokanten Schurken, dem nichts heilig ist, und dessen Ausstrahlung man sich dennoch nur schwer entziehen kann? „Don Juan, tot und lebendig“ befragt dazu jene, die den legendären Stoff im Lauf der Jahre studiert, interpretiert, inszeniert und dirigiert haben. „Er ist antireligiös, areligiös und unreligiös“, bringt Regisseur Robert Carsen seine Sicht der Figur auf den Punkt. Letztendlich bleibt die Frage, ob ein brutales Raubtier zugleich auch ein radikaler Freigeist sein kann, der seiner Zeit weit voraus ist.

    Hinweis

    Synchronfassung

    Personen

    Regie:Olivia Mokiejewski, Mosco Levi Boucault


    TVinfo
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