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Brasilien steht vor einer richtungsweisenden Wahl: Der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva tritt im Herbst an gegen Flávio Bolsonaro, Sohn des inhaftierten rechtspopulistischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. „Tracks East“ schaut auf den Trend „Brazilcore“, Country-Stars, die die Agrarindustrie besingen, und das Leben in den Favelas - zwischen TikTok-Hype und Bandengewalt.
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Für westliche Touristen sind brasilianische Favelas zum Sehnsuchtsort geworden: TikToks und Reels vom Karneval, von Barber-Shops und Favela-Dachterrassen sind im Trend, genauso wie Shirts und Bikinis in den Nationalfarben Gelb und Grün. Unter Ex-Präsident Jair Bolsonaro erfuhren diese Farben eine Umdeutung - fortan galten sie als Symbol des Rechtspopulismus.
Der Modedesigner Abacaxi kämpft gegen die Vereinnahmung an und trägt den Style der Favelas in die Welt - mit Stolz. Er selbst wuchs in einer Favela auf. „Für mich steht Brazilcore für die Freude und den Mut, zu zeigen, wer wir sind und woher wir kommen“, sagt er.
Doch in den Favelas herrscht nicht nur Lebensfreude. Der Alltag ist geprägt von Gewalt. Im Oktober 2025 kam es in Rio de Janeiro zur tödlichsten Polizeirazzia in der Geschichte Brasiliens. Über 120 Menschen wurden getötet.
Den Schusswechseln fallen immer wieder auch Unschuldige zum Opfer, wie die 24-jährige Kathlen Romeu und ihr ungeborenes Kind. Sie wurde 2021 von einer Polizeikugel getroffen. „Tracks East“ spricht mit ihrem Vater Luciano Gonçalves, der für Gerechtigkeit kämpft.
Die Landwirtschaft Brasiliens stellt regelmäßig Export-Rekorde auf, sie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Land. Der Werbeslogan „Agrar ist Tech, Agrar ist Pop, Agrar ist alles“ tönt seit Jahren durch Brasiliens Medien. Agrarkonzerne fördern Rodeo- und Musikfestivals im ländlichen Brasilien. Dort wird Cowboy-Kultur und Farmer-Reichtum in protzigen Texten besungen, zu einer Mischung aus Rap, Funk und Country. „Agronejo“ heißt das Genre - und es hat Millionen von Fans.
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