Käpt‘ns Dinner

Mit Michel Abdollahi und Julian F. M. Stoeckel

bis 00:30
Gespräch
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    Er ist Entertainer, Moderator und eine schillernde Kunstfigur, privat aber deutlich ruhiger, als sein Fernsehauftritt vermuten lässt. Mit Michel Abdollahi spricht Julian F. M. Stoeckel über Hänseleien in der Schulzeit, sein Leben ohne klassisches Coming-out, Schönheitsoperationen und die Frage, warum ein CSD in der Provinz für ihn mehr Mut und Bedeutung hat als die große Parade in Berlin. „Ich habe mich gar nicht geoutet. Wofür soll ich mich outen? Heterosexuelle outen sich ja auch nicht.“ Für eine nachhaltige Karriere müsse man vor allem authentisch bleiben: „Es darf nicht mal ein Löschblatt zwischen dir und deine Seele kommen.“ Er will unbedingt berühmt werden. Und als eine Mitarbeiterin eines Kosmetikkonzerns ihn 2010 auf der Berliner Fashion Week für einen Designer hält, sagt Julian F. M. Stoeckel kurzerhand „Ja“ - und organisiert wenig später seine erste eigene Modenschau. Bei Michel Abdollahi erzählt der Entertainer, wie hier mit Mut, Improvisation und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein eine Karriere beginnt. Ernst wird es, als es um die queere Community und die ursprüngliche Bedeutung des Christopher Street Days geht. Während Stoeckel auf den großen Paraden inzwischen den Charakter einer Demonstration vermisst, engagiert er sich als Schirmherr für einen kleineren CSD in der Prignitz, dessen Organisatoren von Rechtsextremen bedroht wurden. „In der Kleinstadt einen CSD zu machen, bedarf Kraft, Energie und Mut“, sagt Stoeckel. Außerdem verrät er, warum er privat keine Clubs besucht, weshalb er keine Drogen nimmt und welche kosmetischen Eingriffe er bereits hat machen lassen. Dabei gehe es ihm nicht darum, jünger auszusehen: „Ich will nur, dass alles, wie es jetzt ist, so bleibt.“ Julian F. M. Stoeckel wird in Westberlin geboren und wächst behütet und alleinerzogen von seiner Mutter in einer Ärztefamilie auf. Über die Schauspielerin Witta Pohl kommt er bereits während seiner Schulzeit mit dem Showgeschäft in Kontakt. Und sie ist es, die ihm Schauspielunterricht und erste Kontakte zu Castingagenturen vermittelt. Inzwischen ist er nicht nur als Teilnehmender diverser Realityformate bekannt, sondern auch als Moderator und Podcaster. Bei Michel Abdollahis „Käpt‘ns Dinner“ aus einem ausrangierten U-Boot im Hamburger Hafen wird es eng, intensiv und persönlich - jenseits von allem Small Talk: keine Kerzen, kein Tischtuch und erst recht keine Zeit für belanglose Plaudereien. Sondern eine halbe Stunde Talk zu allem, was die Welt bewegt und sonst noch wichtig ist.

    Hinweis

    Personen

    Moderator:Michel Abdollahi


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