NaturNah: Vorsicht Kegelrobbe!

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    Fünf junge Männer aus Kiel: Sie sind Forschungstaucher, allesamt Wissenschaftler und jeder mit ganz eigenen Talenten: prämierte Naturfotografen, promovierter Unterwasserarchäologe, ambitionierter Algenforscher, renommierter Unterwasserkameramann. Vor allem verbindet sie aber die Leidenschaft fürs Tauchen. Unter Wasser drehen sie fantastische Filme.Beim jährlichen Algenmonitoring vor Helgoland haben sie Aufnahmen gemacht, die um die Welt gingen. Sie haben einen jungen Kegelrobbenbullen gefilmt, der unter Wasser einen Seehund verspeist. Es war eine Sensation. Denn bis dahin war nicht bekannt, dass Kegelrobben ihre kleineren Artgenossen jagen und fressen.Biologen in aller Welt stehen plötzlich vor einem Rätsel: Ist es nur ein einzelnes Tier, das aus der Art schlägt, oder ist das Verhalten vielleicht nur noch nie beobachtet worden?Die Taucher kommen ein Jahr nach diesem Ereignis wieder nach Helgoland. Inzwischen hat sich einiges getan. Immer wieder wurden Kadaver von toten Seehunden angeschwemmt, die seltsame Verletzungen aufweisen. So wie bei dem toten Seehund, den sie gefilmt hatten. Und der „Seehundkiller“ hat inzwischen einen Namen: Schoko. Rolf Blädel, der alte Seehundjäger auf Helgoland, hat den Robbenbullen wegen seiner auffallend braunen Färbung so getauft. Und er hat ihn auch dabei beobachtet, wie er am Strand der Helgoländer Düne junge Seehunde getötet und gefressen hat.Die fünf Taucher machen sich mit ihren Kameras auf die Suche nach Schoko, denn jede Aufnahme von ihm ist wissenschaftlich interessant. Vor allem für Abbo van Neer. Der Biologe arbeitet am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum. Er hat sich des Themas angenommen und sich mit Forschern aus anderen Nordseeländern vernetzt. Auch in Schottland und in den Niederlanden wurden danach ähnliche Beobachtungen gemacht. Macht Schoko die ganze Nordsee unsicher?Kegelrobben sind nicht ortsgebunden, Schoko könnte problemlos mehrmals im Jahr die Nordsee durchschwimmen. Anhand von besenderten Tieren kann Abbo van Neer das Wanderverhalten vor allem der Bullen belegen.Doch die Übergriffe haben mittlerweile eine neue Dimension. Jetzt werden sogar andere Kegelrobben getötet. Damit steht die Frage im Raum, ob auch Menschen gefährdet sind. Die Kegelrobbe ist Deutschlands größtes Raubtier, ausgewachsene Bullen bringen es auf 300 Kilo Gewicht.Mehrere Wochen lang sind die fünf Taucher Schoko vor Helgoland auf der Spur. Aber schon bald tauchen Hinweise auf, die nur einen Schluss zulassen: Schoko ist kein Einzeltäter.

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    Personen

    von:Ralf Bartels


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