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Übersicht

* Bremer Ärzte kritisieren schärfere Regeln für Krankschreibungen Krankschreibung ab dem ersten Tag und nicht mehr per Telefon: Die Pläne der Regierung kommen nicht überall gut an. Bremer Unternehmensvertreter begrüßen zumindest einen Teil der Pläne.

Themen

    Details

    Angesichts hoher Fehlzeiten in Unternehmen sollen die Regeln für Krankschreibungen von Beschäftigten nach Plänen der schwarz-roten Koalition verschärft werden. Eingeführt werden soll die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Tag der Erkrankung, wie Union und SPD nach Beschlüssen des Koalitionsausschusses mitteilten. Vorgeschrieben ist eine ärztliche Bescheinigung bisher erst ab dem vierten Tag. Abgeschafft werden soll auch die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen. Scharfe Kritik aus dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband Holger Schelp, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Bremen, lehnt das entschieden ab: „Diese Entscheidung kann mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollzogen werden“, schreibt Schelp auf Anfrage von buten un binnen. Der Landesvorsitzende im Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen, Matthias Berndt, befürchtet sogar, dass sich Menschen, die „blaumachen“ wollten, bei kommerziellen Telemedizinanbietern Wunschkrankmeldungen bestellen würden. „Somit zielt die Initiative in die völlig falsche Richtung“, schreibt Berndt in einer Stellungnahme. Das System, telefonische Krankmeldungen nur für der Praxis bekannte Patienten auszustellen, habe sich hingegen bewährt. Die Arbeitnehmerkammer Bremen bezeichnet die neue Regelung als „pauschale Misstrauenserklärung gegenüber den Beschäftigten, die durch nichts gerechtfertigt ist“. Außerdem führe sie zu einer „Überforderung des Hausärztesystems“, so die Kammer in einer Mitteilung. Als richtig bezeichnet der Geschäftsführer der Unternehmensverbände im Land Bremen, Cornelius Neumann-Redlin, die Entscheidung, Krankschreibungen per Telefon abzuschaffen. Die Möglichkeit sei eine Ausnahme wegen der Corona-Pandemie gewesen und anfällig für Missbrauch. Überlastete Praxen ließen sich stattdessen auch mit zum Beispiel Videosprechstunden vermeiden. Anders blickt Neumann-Redlin auf die Krankschreibung ab dem ersten Tag. Diese sei „kein ‘Allheilmittel‘ und es gebe keine Erkenntnisse, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen deswegen weniger fehlen würden. “Besser wäre es unseres Erachtens gewesen, wenn die Koalition Karenztage oder eine abgesenkte Entgeltfortzahlung in den ersten Tagen der AU beschlossen hätte", so Neumann-Redlin.

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