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Das Atomkraftwerk Gundremmingen galt lange als Deutschlands leistungsstärkstes Atomkraftwerk und war ein gewaltiges „Identitätskraftwerk“ für die Bewohnerinnen und Bewohner des bayerisch-schwäbischen Dorfes. Ende 2021 ging es vom Netz.
Der Film blickt zurück und erzählt auch die Geschichte der Familie des Atomkraftpioniers Horst Diepenbruck.
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Am 31. Dezember 2021 ging das KKW Gundremmingen vom Netz, lange Zeit war es Deutschlands leistungsstärkstes Atomkraftwerk. Seine Inbetriebnahme im Jahr 1966 wurde von der internationalen Fachwelt einst mit Hochspannung verfolgt und löste in dem bayerisch-schwäbischen Bauerndorf eine soziologische Kettenreaktion aus. Gundremmingen zählt heute zu den reichsten Gemeinden Deutschlands und steht allen Debatten und Protesten der letzten Jahrzehnte zum Trotz geschlossen hinter seinem Kraftwerk.
Die Dokumentation blickt zurück und erzählt am Beispiel der Familie des Atomkraftpioniers Horst Diepenbruck und deren unmittelbarem Umfeld, wie die Menschen in Gundremmingen - und mit ihnen die deutsche Atomnation - wurden, was sie heute sind. Und was sie umtreibt nach der Abschaltung ihres Identitätskraftwerks in Zeiten von Klimawandel und Energiekrise. Denn im ersten Sommer nach der Abschaltung müssen sie sich nicht nur daran gewöhnen, dass die letzte Dampfwolke über dem Kraftwerk verschwunden ist.
Elf Jahre nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Atomenergie diskutiert Deutschland auch wegen der russischen Invasion in der Ukraine wieder über Atomkraft. Alte Debatten flammen auf. Das Atom spaltet erneut die Nation.
Auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Gundremmingen fragen sich, während sie ihre privaten Notstromaggregate klarmachen: War der Ausstieg ein Fehler? Währenddessen ist der auf über 20 Jahre angelegte Rückbau im Kraftwerk bereits in vollem Gang. Und die Castoren im benachbarten Zwischenlager füllen sich mit hoch radioaktivem Müll, für den es bis heute kein Endlager gibt.
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