Re:

Europas Lithiumhunger, wer zahlt den Preis? (2026)

bis 20:15
Reportagereihe
  • 20260417194000
VPS 00:00

Übersicht

Im serbischen Jadar-Tal befindet sich eines der größten Lithiumvorkommen Europas. Seit Jahren will der Konzern Rio Tinto das wertvolle Metall abbauen. Bauer Zlatko Kokanovi? und seine Mitstreitenden kämpfen gegen die Pläne, wollen ihr Land nicht aufgeben. Andere sehen auch Chancen für die Region. Während Präsident Vuci? und die EU das Projekt vorantreiben, wächst der Druck im Tal.

Themen

    Details

    Zwischen den Kühen im dämmrigen Stall sitzt Zlatko Kokanovi? auf einem Schemel und hält sein Handy ans Ohr. Die Tiere schnauben, die Melkmaschine brummt - und der serbische Bauer macht Politik. Zlatkos Hof mit 20 Kühen und einem Dutzend Kälbern liegt im Westen Serbiens, im Jadar-Tal - hier befindet sich eines der größten Lithiumvorkommen Europas. Seit Jahren will das Bergbauunternehmen Rio Tinto das wertvolle Metall abbauen. Aber der Bauer Zlatko und seine Mitstreitenden haben es bis heute geschafft, den Abbau zu verhindern. Sie wollen ihr Land nicht verlassen, kämpfen gegen Umweltverschmutzung und unkalkulierbare Folgen für die Region. Unterstützung bekommen sie von Wissenschaftlern und Umweltaktivisten aus dem ganzen Land. Nur ein paar Felder weiter schaut Petar Filipovi? nach den Blumen in seinem Gewächshaus. Der Gärtner glaubt an Fortschritt - und daran, dass die Mine seinem Dorf eine Zukunft geben könnte. Er fordert einen Dialog über Entschädigungen und Investitionen in Infrastruktur, Schulen und Krankenhäuser. Doch wer Chancen sieht, gilt im Dorf schnell als Verräter. Petar erlebt, wie sich Freunde und Familie abwenden, wie Menschen auf Festen lieber den Platz wechseln, als neben ihm zu sitzen. Der Konflikt reicht weit über das Tal hinaus. Lithium gilt als Schlüsselrohstoff der Energiewende. Der serbische Präsident Aleksandar Vuci? hält trotz landesweiter Proteste an den Abbauplänen fest. Und die EU unterstützt das Vorhaben im Jadar-Tal, um unabhängiger von China zu werden. Für die Menschen vor Ort bedeutet das zusätzlichen Druck, aber Bauer Zlatko denkt nicht ans Aufgeben.

    Hinweis



    TVinfo
    X