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Pia wächst als einziges schwarzes Mädchen in einer weißen Umgebung auf, erlebt Rassismus auch in der Schule und fühlt sich oft nicht gesehen - auch von ihrer Mutter. Nach dem Mord an George Floyd findet Pia bei Black-Lives-Matter-Protesten ihre Stimme, gründet das „Magazin of Colour“ und baut eine Community auf. Gemeinsam mit ihrer Mutter erzählt sie in POV, wie aus Schmerz Engagement und Veränderung werden.
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Pia wächst in einer weißen Umgebung auf. In ihrer Schule läuft im Unterricht „12 Years a Slave“ ohne Einordnung - als Lückenfüller. Pia fühlt sich allein gelassen und kann das Gesehene nicht einordnen.
Heute nennt sie das, was sie damals erlebt hat, beim Namen: Rassismus. Und sie erzählt in POV, wie sehr sie sich als Kind und Jugendliche oft allein fühlte - unverstanden auch von ihrer eigenen Mutter. „Ich war wütend, weil ich nicht nachvollziehen konnte, wie sie ein schwarzes Kind auf die Welt setzt und sich nicht damit auseinandersetzt, was es bedeutet, Schwarz in dieser Welt zu sein.“
Ihre Mutter blickt im Film selbstkritisch zurück. Sie beschreibt ihre „weiße Bubble“, in der Rassismus lange kein Thema war. Sätze wie „Steh da drüber, hör nicht hin“ sollten die Tochter stärken - und sprachen ihr doch die Gefühle ab. Erst später versteht die Mutter, wie tief diese Erfahrungen sitzen.
Der Wendepunkt kommt 2020 mit dem Mord an George Floyd und der Black-Lives-Matter-Bewegung. Auf einer Kundgebung steht Pia zum ersten Mal mit vielen anderen schwarzen Menschen auf einem Platz, hört Reden, Musik, die letzten Worte von George Floyd. Sie hält selbst eine Rede - laut, verletzlich, politisch. Zum ersten Mal hat sie das Gefühl: „Ich habe meine Stimme gefunden und nehme mir den Raum, den ich verdiene.“
Aus dieser Erfahrung entsteht das „Magazin of Colour“ - zunächst als Idee, Redebeiträge zu dokumentieren, dann als viel mehr: ein Ort, an dem Schwarze Menschen und People of Colour ihre Perspektiven teilen, sich vernetzen und merken: „Ich bin nicht allein.“ Pia gibt Workshops, organisiert Räume für Austausch und schafft damit etwas, was ihr selbst als Jugendliche gefehlt hat.
„POV“ zeigt Pias Weg von einem leisen Mädchen zu einer Frau, die sich nicht mehr klein machen lässt, eine Community mit aufbaut und ihre Stimme gefunden hat. Gemeinsam mit ihrer Mutter erzählt sie von Schmerz, Scham und Schuld - aber auch von Versöhnung, Verantwortung und der Kraft, aus Ohnmacht Engagement entstehen zu lassen.
In jeder Folge von POV triffst du Menschen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten, die mutig über ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen. Du lernst ihr direktes Umfeld kennen und damit unterschiedliche Blickwinkel.
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