Natura Europa

Was ist Wildnis? (Deutschland, 2022)

bis 19:20
Natur und Umwelt
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Der Mensch hat durch das Verdrängen der großen Pflanzenfresser die Welt für alle Zeiten verändert. Nun muss er sich entscheiden, welche natürlichen oder naturnahen Prozesse er in seiner Umwelt zulässt.


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Der Mensch hat durch das Verdrängen der großen Pflanzenfresser die Welt für alle Zeiten verändert. Nun muss er sich entscheiden, welche natürlichen oder naturnahen Prozesse er in seiner Umwelt zulässt.


Bild 2

Im Nationalpark auf Jütland leben die Pferde das ganze Jahr unter freiem Himmel.


Bild 3

Auf der Suche nach Wildnis geht Jan Haft (Mi.) mit seinem Team der Frage nach, was Wildnis eigentlich ausmacht, und startet hierfür zunächst eine Instagram-Umfrage.


Bild 4

Große Teile Europas müssen einmal halboffene Graslandschaften gewesen sein. Die dort beheimatete Großtierfauna ist jedoch mit dem Auftreten des modernen Menschen verschwunden.


Bild 5

Die norwegische Fjordlandschaft scheint zunächst vom Menschen unberührt, doch werden zur umweltfreundlichen Energiegewinnung immer mehr Windräder errichtet.


Bild 6

Die Teiche des Fischzüchters Franz Kühn in der Oberpfalz bieten wilden Tieren mehr Platz als manches Naturschutzgebiet.

Übersicht

„Was ist Wildnis?“ zeigt, dass die größte Artenvielfalt dort herrscht, wo große Weidetiere Teil des Lebensraums sind. Da Haustiere dieselben „Ökosystem-Ingenieurleistungen“ erbringen können wie Wildtiere, liegt in naturnaher Beweidung eine große Chance für Artenvielfalt, Tierwohl, Klima und die Landschaft, in der wir leben.

Themen

    Details

    Die größte Artenvielfalt herrscht dort, wo große Weidetiere Teil des Lebensraums sind. Große Teile Europas müssen einmal halboffene Graslandschaften gewesen sein und nicht etwa dicht bewaldet, wie man bislang vielfach angenommen hat. Das legen einerseits die Pflanzen des Grünlandes nahe, die enorm artenreich und samt und sonders mit zahllosen Anpassungen an große Weidetiere ausgestattet sind. Doch die artenreiche Großtierfauna ist mit dem Auftreten des modernen Menschen nahezu aus Europa verschwunden. Die schiere Anzahl an Offenlandarten belegt, dass es sich beim Grasland kaum um ein künstliches, vom Menschen „erfundenes“ System handelt. Die Dokumentation zeigt, dass Gebiete mit sogenanntem Rewilding und naturnaher Ganzjahresbeweidung viel artenreicher sind als jene, die sich selbst überlassen sind und in denen keine Beweidung stattfindet. Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass wilde Weiden, auf denen Wald und Offenland untrennbar miteinander vermischt sind, einer echten Wildnis ziemlich nahekommen, weil auf ihnen Haustiere als Stellvertreter für die ausgerotteten großen Pflanzenfresser grasen. Die Dokumentation stellt nicht nur Tiere und Pflanzen vor, die in solchen Gebieten zu finden sind, sondern offenbart auch die große Chance, die in diesem Thema liegt - nicht nur, weil wilde Weiden nachweislich mehr Kohlenstoff speichern als der Wald. Der Mensch hat durch das Verdrängen der großen Pflanzenfresser die Welt für alle Zeiten verändert. Nun muss er sich entscheiden, welche natürlichen oder naturnahen Prozesse er in seiner Umwelt zulässt.

    Hinweis

    Personen

    Regie:Jan Haft

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