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Wenn Unfälle, Katastrophen oder Anschläge passieren, wird der evangelische Pfarrer Albi Roebke gerufen. Er leitet und koordiniert die Notfallseelsorge in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis.
Albi Roebke begleitet seit 25 Jahren Menschen in den schlimmsten Stunden ihres Lebens. Wenn die Polizei zum Beispiel eine Todesnachricht überbringen muss, ist er dabei als „die erste Hilfe für die Seele“.
In Momenten, die kaum auszuhalten sind, wo plötzlich alles anders ist, kann der Mensch den Boden unter den Füßen verlieren. Der 57-Jährige weiß, dass es manchmal die kleinen Dinge sind, die einen Weg aus der Ohnmacht ebnen. „Rituale wie das geliebte Butterbrot helfen dabei, gefühlt die Kontrolle über das Leben zurückzugewinnen“, sagt Roebke. Er weiß, wovon er spricht, denn er hat selbst diese Erfahrung gemacht: 2015 verlor er durch einen Autounfall seine Eltern und seinen Bruder.
Wie schafft Mensch es, Krisen zu bewältigen, wie kann der Glaube dabei helfen? „Mir hilft mein Glaube, weil ich sagen kann: Gott, wo warst du? Da gibt es jemanden, den ich ansprechen kann, mit dem ich über das Unfassbare in Austausch treten kann“, sagt Roebke.
Karfreitag erinnert an den Verlust von Jesus Christus. Aber der Tag erinnert auch daran, dass in einer Katastrophe auch der Keim der Hoffnung auf ein neues Leben steckt. „Genau das erleben wir in der Notfallseelsorge“, sagt Albi Roebke, „wie Menschen manchmal Kraft in der Krise finden. Für mich ist Notfallseelsorge einer der wenigen Orte, wo Gott uns erlaubt, bei seinen Wundern über die Schulter zu schauen.“
„Leben ist mehr“ begleitet den evangelischen Pfarrer Albi Roebke in seiner Tätigkeit als Notfallseelsorger. Zu Wort kommen auch Menschen, denen er in den schlimmsten Stunden ihres Lebens beigestanden hat: Wie haben sie diese Momente erlebt, was hat ihnen geholfen? Inwiefern hat sie diese Erfahrung verändert?
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