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Jahrzehntelang waren Megacitys wie Shanghai oder Peking der große Lebenstraum für Chinas Jugend. Doch das ändert sich. Zumindest in der Online-Welt. Angesagt sind auf einmal grüne Reisfelder, idyllische Berge in schönsten Farben. Landleben in China wird stylish in Social-Media-Kanälen glorifiziert - ein Trend bei Influencern. Zahlreiche Livestreamer verkaufen Produkte vom Feld oder Dorfplatz. Tatsächlich zieht es viele junge Menschen aufs Land, um dort das Glück zu suchen. Wie überall auf der Welt: Auch die Gen Z im autoritär regierten China will sich dem Arbeitsdruck und Stress in den Städten immer weniger beugen.
Doch dieser Trend wird auch von ganz oben gesteuert. Die Kommunistische Partei hat ein erklärtes Ziel: politische Stabilität. Sie versucht seit Jahren gegen das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land anzukämpfen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch und eine potenzielle Gefahr für die KP. Jetzt sollen auch die Jungen - ob als Livestreamer, Hightech-Landwirte oder Teeverkoster - dazu beitragen, verlassene Dörfer und Vorstädte auf Vordermann zu bringen. Was sich für uns eher wie eine freundliche Empfehlung liest, ist in China eine klare Vorgabe fürs System. Vieles wird mobilisiert.
Influencer, die das Dorfleben feiern, werden trainiert und gefördert in gemeinsamen Initiativen von Unternehmen und Politik. Es gibt Auszeichnungen für die erfolgreichsten unter ihnen. Lokalregierungen unterstützen junge Start-ups auf dem Land. Und die Kommunistische Jugendliga produziert gemeinsam mit Chinas Tech-Konzern Tencent eine erfolgreiche Reality-TV-Show „Tolles Dorf“. Darin konkurrieren junge Menschen um eine Finanzierung ihrer Ideen für die Dörfer. Das Ziel: „Vorwärts aufs Land!“
ARD-Korrespondentin Marie von Mallinckrodt und das Team begleiten junge Menschen, die voller Inspiration ihr Glück auf dem Land probieren. Doch die Realität zeigt: Das echte Leben auf dem Land hat wenig mit der Social-Media-Welt zu tun. Werden sie trotzdem Erfolg haben?
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Personen
| Redaktion: | Christine Hasper |
| von: | Marie Mallinckrodt, Matthias Sdun |
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