Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt: 2003

2020
bis 21:45
Zeitgeschichte
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • 20260301201500
VPS 20:15

Übersicht

Das Jahr 2003 - „Berlin ist arm, aber sexy“: Klaus Wowereit prägt mit einem Satz ein neues Berlin-Image. Der Film „Good Bye, Lenin!“ löst eine Ostalgie-Welle aus und der Babyboom in Prenzlauer Berg sorgt für knappe Kitaplätze ...

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    2003 - das Jahr, in dem Klaus Wowereit mit „Arm, aber sexy“ den Slogan für ein neues Berliner Lebensgefühl prägt. Der damalige Regierende Bürgermeister spricht über die Resonanz auf seinen berühmten Satz, die katastrophale finanzielle Lage der Stadt und die umstrittenen Hartz IV-Reformen, die ebenfalls 2003 beschlossen wurden. Im Kino bricht der Film „Good Bye, Lenin!“ alle Rekorde: Über 6 Millionen Deutsche sehen die Tragikomödie über das Verschwinden der DDR. Hauptdarstellerin Katrin Sass erinnert sich an die Dreharbeiten, Diskussionen über Ost- und West-Wörter und daran, wie der Erfolgsfilm ihr Leben verändert hat. Babyboom in Prenzlauer Berg: Im einstigen Szene-Bezirk ist die Geburtenrate seit Ende der Neunziger Jahre um ein Viertel gestiegen. Der Stadtteil verändert sich: Kitaplätze werden knapp, Eltern gründen sogenannte „Eltern-Initiativ-Kitas“. 500.000 Menschen protestieren im Februar gegen den drohenden Irak-Krieg - die größte Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Fred Klinger von der katholischen Organisation „Pax Christi“ reist aus Berlin in den Irak, um gemeinsam mit anderen Friedensaktivisten aus Europa als „menschliche Schutzschilde“ die Bürger Baghdads zu schützen. Im Interview erzählt er von der Ankunft in der irakischen Hauptstadt, dem Leben im Krieg und der Freundschaft zu einem Jungen. Eine Geiselnahme hält die Stadt am 11.4.2003 in Atem: Ein Bankräuber kapert auf der Flucht einen Bus der Linie 185 und lässt ihn quer durch die Stadt fahren. Martin Textor, Chef der Spezialeinheiten der Berliner Polizei, erinnert sich an dramatische Stunden und die Entscheidung am Sachsendamm, als Elite-Polizisten den Bus stürmen und die Geiseln befreien. Die Reihe „Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt“ zeigt den doppelten Blick auf West- und Ost-Berlin von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, 1945 bis 2020, in einer bislang nie dagewesenen Größenordnung: Eine Berlin-Chronik der Superlative über 64 Folgen, 5760 Minuten. Die fünfte Staffel über die 2000er Jahre zeigt eine Stadt im rasanten Wandel. Aufbruch ins Ungewisse: Quo vadis, Berlin? Als deutsche Hauptstadt ist Berlin auch Bühne der Weltpolitik - und wird weltweiter Mythos, nicht nur in Sachen Nachtleben. Die D-Mark geht, der Euro kommt, doch die Finanzlage der Stadt bleibt katastrophal. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit fasst das Berliner Lebensgefühl der Dekade in einen griffigen Slogan: „Arm, aber sexy“. Doch die Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhöhen - nirgends in Deutschland ist der Anteil an Hartz-IV-Empfängern höher. Die 2000er sind Jahre der allgemeinen Verunsicherung: Die Terroranschläge vom 11.September erschüttern auch die Berliner, die Stadt streitet über „Parallelgesellschaften“ und beklagt einen „Ehrenmord“. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erlebt Berlin sein „Sommermärchen“ - Beginn eines Aufschwungs, der bis heute anhält. Die Touristenzahlen steigen, aber auch die Mieten: Berlin ist Boomtown und Betongold. Und im neuen Jahrtausend mehr denn je: Weltstadt und Kiez, gelebte Wiedervereinigung - Schauplatz kleiner und großer Geschichten in einer sich globalisierenden Welt.

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