Ungelöste Fälle der Archäologie

Geheimnisvolle Kugeln (Deutschland, 2026)

bis 20:15
Archäologie
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260222193000
VPS 19:30

Die Ballspielplätze in Mesoamerika können sich in Größe und Form unterscheiden. In Cobá sind die Seitenwände als Schrägen gestaltet, während sie in Chichen Itza senkrecht stehen. Bei dem Spiel musste ein Lederball wahrscheinlich so lange wie möglich in der Luft gehalten und schließlich durch einen der Ringe an den Seitenwänden geschossen werden. Dabei durften nur die Hüften und Schultern eingesetzt werden, nicht aber Füße, Hände und Kopf.


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Die Ballspielplätze in Mesoamerika können sich in Größe und Form unterscheiden. In Cobá sind die Seitenwände als Schrägen gestaltet, während sie in Chichen Itza senkrecht stehen. Bei dem Spiel musste ein Lederball wahrscheinlich so lange wie möglich in der Luft gehalten und schließlich durch einen der Ringe an den Seitenwänden geschossen werden. Dabei durften nur die Hüften und Schultern eingesetzt werden, nicht aber Füße, Hände und Kopf.


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Das Kleroterion (Losmaschine) sparte den Athener viel Zeit bei der Auslosung von Geschworenenrichtern. Bis zu 6000 Richter wurden mit Hilfe von schwarzen und weißen Kugeln ausgelost. In den senkrecht in Reihen angeordneten Schlitzen steckten Namensplättchen. Zu Beginn der Losung wurden zunächst ganze Reihen von Richtern ausgeschieden (schwarze Kugeln) oder gewählt (weiße Kugeln).


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Kaiser Caligula ließ im 1. Jahrhundert nach Christus zwei prachtvolle Schiffe bauen, die auf dem kleinen Nemisee lagen.


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Am Nemisee stand ein berühmtes Heiligtum der römischen Göttin Diana. Eines der Schiffe war wohl auch der Göttin der Jagd geweiht. Auf ihm stand wahrscheinlich eine Statue der Göttin, die sich Dank des Kugellagers um 360° drehen ließ.


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In der Nähe des Städtchen Orce in Andalusien wurden die ältesten Knochen von Hominiden in Europa gefunden. Sie werden auf 1,3 Millionen Jahre geschätzt.


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Das alte Rom ist bekannt für seine Kriegsmaschinerie. Dazu gehörten auch ballistische Waffen, wie etwa Schleudern. Mit Hilfe der Distanzwaffen gelang es bereits zu Beginn der Schacht dem Feind erhebliche Verluste zuzufügen.


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In der sechsten Staffel der "Ungelösten Fälle der Archäologie" ist Prof. Harald Lesch dem Geheimnis einiger Kugeln auf der Spur.


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Im antiken Athen wurden regelmäßig Geschworenenrichter aus den 30.000 freien, männlichen Bürgern, die über 30 Jahre alt waren, ausgelost. So wollte man Klüngelei vermeiden. Wegen der schieren Menge an Losverfahren nutzte man Losmaschinen (Kleroterion).


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Auf den Wracks der Schiffe aus der römischen Kaiserzeit wurden auch mehrere Kugeln gefunden, die alle über eine Achse verfügten.


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Die mesoamerikanischen Völker sind für ihre Ballspiele bekannt. Anders als bei heutigen Ballspielen ging es damals wohl zum Teil um Leben und Tod.


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Einige der Kugeln wurden noch im Verbund mir einem Holzstück gefunden. Es handelt sich wahrscheinlich um das älteste bisher bekannte Axial-Kugellager der Antike, auch wenn die Kugeln nicht wie in heutigen Kugellagern frei laufen.


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Schleuderkugeln sind nichts ungewöhnliches im Waffenarsenal der alten Römer. Am Burnswark Hill in Schottland wurden jedoch Schleuderkugeln gefunden, die ein Loch in der Mitte aufweisen. Diese Art Waffe war bisher unbekannt. Dank experimenteller Archäologie gelang die Identifizierung der Kugeln als Mittel der psychologischen Kriegsführung. Sie pfiffen dem Feind im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren.

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    Details

    Kugeln sind allgegenwärtig. Sie finden sich in Kulturen weltweit. Harald Lesch erkundet die unterschiedlichen Funktionen der wahrscheinlich weit verbreitetsten geometrischen Form. Überall finden sich kreisrunde Gebilde, die für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt werden. Die Bandbreite reicht dabei vom Geschoss, über den Ball bis hin zum wahrscheinlich ältesten Kugellager der Welt. Kugeln sind aus unserer Welt nicht wegzudenken. Schon unsere Ur-Ur-Ur-Ahnen waren von der Form fasziniert, wie Ausgrabungen auf verschiedenen Kontinenten zeigen. So fanden Archäologen etwa in Israel und Spanien bearbeitete Steinkugeln, deren Alter sie auf 1,3 Millionen Jahre schätzen. Sehr viel jünger sind die Kautschukbälle, mit denen in Mesoamerika seit dem 15. Jahrhundert vor Christus anscheinend auch um Leben und Tod gespielt wurde. Mehr als 1500 Ballspielplätze, die zum Teil auch in Tempelbezirken der Maya auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko liegen, hat man bisher dort gefunden, und wahrscheinlich existieren noch viele weitere, bisher unentdeckte im Urwald Mittelamerikas. Bis heute spielen die Nachfahren der indigenen mesoamerikanischen Kulturen Ulama oder Pok-ta-Pok, bei dem ein Ball nur mit Hüfte und Schultern durch kreisrunde Öffnungen geschossen werden muss. Bei den bisher gefundenen Ballspielplätzen befindet sich jeweils ein steinerner Ring an den Seitenmauern des Spielfeldes. Die Größe des Platzes, sowie die Form der Seitenmauern, wie auch die Höhe der Anbringung der steinernen Ringe können variieren. Reliefs an den Mauern legen nahe, dass auf einigen Plätzen auch Menschenopfer dargebracht wurden. Weniger tödlich, aber nicht weniger feierlich ging es wohl auf dem Nemisee zur Zeit des römischen Kaisers Caligula im ersten Jahrhundert nach Christus zu. Mithilfe des wohl ältesten bekannten Kugellagers, ließ der Imperator wahrscheinlich eine Statue der Göttin Diana „tanzen“. Die Sendung wird über die Social-Media-Kanäle von „Terra X“ (Facebook, Instagram und YouTube) ausführlich mit Bildern und Videoclips begleitet. „Terra X - Ungelöste Fälle der Archäologie“ (2) wird Sonntag, 1. März 2026, 19.30 Uhr gesendet.

    Hinweis

    [Ton: Audiodeskription ]

    Personen

    von:Peter Prestel, Gisela Graichen

    1 weiterer Sendetermin



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