Migration - Wie erpressbar ist die EU?

Frankreich, 2023
bis 02:55
Gesellschaft und Politik
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Auch Polizei- und Militärkräfte werden gegen Flüchtende eingesetzt - und sie scheuen nicht den Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas.


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Auch Polizei- und Militärkräfte werden gegen Flüchtende eingesetzt - und sie scheuen nicht den Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas.


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Die Externalisierungspolitik Europas gibt vor, Migranten lange und gefährliche Wege zu ersparen. In der Realität macht es die Sache für den Einzelnen allerdings schwieriger: Viele sind gezwungen, noch geheimere und gefährlichere Routen auf sich zu nehmen.


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Europa verbarrikadiert sich und setzt auf Mauern und Zäune in Anrainerstaaten, um Geflüchtete von der Weiterreise abzuhalten.


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Viele Flüchtende wollen den Weg über das Meer wagen. Ob sie nach ihrer langen Reise in ihrem Ankunftsland bleiben dürfen, ist dabei völlig ungewiss ...

Übersicht

Illegale Pushbacks, unmenschliche Bedingungen in Internierungslagern, Tote auf der Fluchtroute: Im Kampf gegen Migration verwandelt sich die Europäische Union mehr und mehr in eine Festung. Um Geflüchtete an der Einreise zu hindern, hat die EU in den vergangenen Jahrzehnten eine neue Strategie entwickelt und ihre Grenzen so weit wie möglich nach außen verschoben. Diese Politik trägt einen Namen: Externalisierung. Doch die Folgen dieser Grenzpolitik sind gefährlich. Wie erpressbar macht sich die EU?

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    Details

    Gegen Finanzhilfen und Visavergaben bringt die EU ihre Anrainerstaaten dazu, Mauern und Grenzzäune zu bauen sowie Geflüchtete aufzunehmen, um sich selbst nicht um sie kümmern zu müssen. Durch die Zahlung mehrerer Milliarden Euro brachte sie die Türkei dazu, Millionen von syrischen Kriegsgeflüchteten an der Weiterreise nach Europa zu hindern. In Libyen stattet sie die Küstenwache mit Material und Technologien aus, um Geflüchtete aus Subsahara-Afrika auf dem Meer zu stoppen - und nimmt dabei in Kauf, dass einige von ihnen in Internierungslagern gefoltert werden. Weiter südlich, in Niger, das als Migrations-Hauptroute gilt, finanziert sie ein Programm zur Wiederansiedlung („Resettlement“) schutzbedürftiger Geflüchteter, die in Libyen gestrandet sind. Außerdem bildet sie die nigrische Grenzpolizei im Kampf gegen illegale Einwanderung aus. Eine weitere Entwicklung dieser Grenz- und Geopolitik: Dänemark möchte überhaupt keine Asylbewerber mehr aufnehmen und hat angekündigt, dem Beispiel Großbritanniens folgen zu wollen. London hatte versucht, illegale Einwanderer für rund 150 Millionen Euro nach Ruanda auszuweisen. Diese Menschen dürften weder nach Großbritannien zurückkehren noch einen Asylantrag stellen - ein Verstoß gegen internationales Recht. Diese Politik der Externalisierung verzeichnet allerdings kaum Erfolge. Zwar gibt sie vor, Migranten lange und gefährliche Wege zu ersparen, in der Realität sehen sich diese Menschen dann jedoch gezwungen, noch geheimere und gefährlichere Routen auf sich zu nehmen wie in Niger. Außerdem gibt die EU ihren Verhandlungspartnern dadurch eine gefährliche Waffe in die Hand: Indem die EU diesen Staaten die Kontrolle über die Migrationsrouten überlässt, übergibt sie ihnen im Grunde die Schlüssel zur „Festung“. So macht sich die EU erpressbar und geht ein geopolitisches Risiko ein. Denn diese Staaten müssen nur einige Tausend Migranten zur europäischen Außengrenze durchlassen, um Panik zu verursachen. So ermutigte Belarus 2021 Tausende von Menschen, die Grenze zu Polen zu überqueren, ähnlich wie es zuvor in Marokko mit Spanien sowie der Türkei mit Griechenland geschah.

    Hinweis

    Synchronfassung

    Personen

    Regie:Fabrice Launay, Sébastian Perez-Pezzani


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