Die lustige Witwe (The Merry Widow)

USA, 1925
Stummfilm
  • Schwarz-weiß Sendung
  • Stereo
  • 20231121003000
VPS 00:00

Übersicht

Erich von Stroheims filmische Adaption nimmt sich die Vorgeschichte der berühmten Operette von Franz Lehár vor. Zwei junge Prinzen haben es auf die amerikanische Revuetänzerin Sally abgesehen, die mit ihrer Musical-Truppe nach Monteblanco gekommen ist. Eine Ehe scheint jedoch ausgeschlossen. Erst als Sally den reichen Baron Sadoja geheiratet und in der Hochzeitsnacht schon wieder verloren hat, ist sie eine standesgemäße Partie. Eine Culture-Clash-Komödie um männliche Obsessionen und eitle Monarchen, angesiedelt in einem fiktiven Operettenstaat im Balkan.

Themen

    Details

    Die jungen Prinzen Danilo und Mirko aus dem Königreich Monteblanco buhlen eifrig um die Gunst der amerikanischen Revue-Tänzerin Sally, die gerade auf Tournee in dem kleinen Land ist. Sie lässt sich von dem aufdringlichen Werben der beiden Prinzen nicht so leicht beeindrucken. Aber Danilo meint es ernst. Er verliebt sich in Sally, und sie sich schließlich auch in ihn. Doch die höfische Etikette verbietet die nicht standesgemäße Ehe. Enttäuscht von Danilo, gibt Sally den Avancen des reichen Barons Sadoja nach, den sie kurz darauf glücklich beerben kann, und lebt fortan als „Die lustige Witwe“ in Paris. Danilo hingegen kann Sally nicht vergessen und reist nach Paris, um sie zurückzugewinnen. Wie bei den meisten Stroheim-Filmen war auch „Die lustige Witwe“ von heftigen Auseinandersetzungen mit dem Produzenten, hier Irving Thalberg, begleitet. Es gab Unstimmigkeiten bei der Besetzung und vor allem bezüglich des Happy Ends. Stroheim wollte die Geschichte mit Danilos Tod im Duell beenden, er kannte außerdem keine Tabus in der Analyse von männlichem Dominanzgebaren und der Darstellung sexueller Gewalt. Nur noch fragmentarisch sind ganze Filmsequenzen überliefert, die Stroheim im Bordell als Ort ungezügelter Obsession angesiedelt hat. Mit dem aufgesetzten Happy End und entschärft um die Passagen perverser Männerfantasien wurde „Die lustige Witwe“ zu Stroheims kommerziell erfolgreichstem Film. Stroheim kommentierte: „Der Erfolg von ‘Die lustige Witwe‘ bewies, dass so etwas dem Publikum gefällt; ich bin aber weit davon entfernt, stolz darauf zu sein. Ich war gezwungen, den Realismus ganz aufzugeben.“

    Hinweis

    Erich von Stroheim (geboren 1885 in Wien, gestorben 1957 in Maurepas bei Paris) ist ein genialer Regisseur der frühen Filmgeschichte. Ab 1915 in den USA, ging er mit seinen kostspieligen und provokanten Filmen immer in die Extreme. Sein filmisches Werk als Regisseur umfasst vor allem Stummfilme wie „Törichte Frauen“ (1922), „Die lustige Witwe“ (1925) oder „Hochzeitsmarsch“ (1928), die fast ausnahmslos Opfer starker Kürzungen und Zensureingriffe wurden. Im Tonfilm war er als Schauspieler erfolgreich, häufig in der Rolle des Bösewichts. Unvergessen ist seine Rolle als Butler in „Boulevard der Dämmerung“ (1950) von Billy Wilder.Produktion: An Erich von Stroheim Production, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Online verfügbar von 19/11 bis 18/02

    Personen

    Schauspieler:
    Rolle
    Prinz Danilo Petrovich
    Sally O‘Neal
    Kronprinz Mirko
    Königin Milena
    König Nikita
    Baron Sadoja
    Botschafter
    Regie:Erich von Stroheim
    Drehbuch:Benjamin Glazer, Erich von Stroheim
    Kamera:Oliver Marsh
    TVinfo
    X