Wahlen in Bayern und Hessen

Gesellschaft und Politik
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    Hochrechnungen und Analysen: Matthias Fornoff und die Forschungsgruppe Wahlen e.V., Mannheim Markus Söder und Boris Rhein haben das gleiche Ziel am 8. Oktober: Sie wollen Ministerpräsidenten in ihren Ländern bleiben. Doch bei den Wahlen in Bayern und Hessen geht es um einiges mehr. Die Bundesregierung im Dauerclinch, die Union kann davon kaum profitieren, die AfD dagegen im Umfragehoch. Die Unzufriedenheit bei den Wählerinnen und Wählern über die Politik wächst. Die Landtagswahlen in Bayern und Hessen sind auch Stimmungstest für den Bund. Ende August im hessischen Seligenstadt direkt an der bayerischen Grenze: Schulterschluss von Markus Söder und Boris Rhein. Gemeinsam betonen sie die Achse zwischen ihren Bundesländern, die wirtschaftlichen Stärken von Bayern und Hessen. Söder und Rhein - beide wollen Ministerpräsidenten bleiben, beide würden ihre Regierungskoalitionen gern fortsetzen. Tatsächlich sprechen in Bayern die Umfragen durchaus dafür. Die CSU liegt mit großem Vorsprung vor den anderen Parteien. Dennoch muss Spitzenkandidat Markus Söder um jeden Prozentpunkt kämpfen, denn alles unter 40 Prozent für seine CSU wäre eine persönliche Niederlage. Eine weitere Herausforderung für den Ministerpräsidenten ist die Flugblatt-Affäre seines Vize. Die Frage, ob Hubert Aiwanger das antisemitische Flugblatt in Schulzeiten selbst schrieb, belastet nicht nur den Wahlkampf der Freien Wähler. Auch Markus Söder muss sich hierzu positionieren. Denn schon früh hatte er eine Fortsetzung der Koalition befürwortet, ein Bündnis mit den Grünen dagegen klar abgelehnt. 2018 hatten die Grünen mit 17,6 Prozent ihr historisch bestes Ergebnis eingefahren. Das grüne Spitzenduo Katharina Schulze und Ludwig Hartmann hofft auf Wiederholung. Die SPD dagegen, mit dem Landesvorsitzenden Florian von Brunn als Spitzenkandidat, will endlich wieder zweistellig werden. Der Freistaat ist von jeher ein schweres Pflaster für die Sozialdemokraten. Der Wahlkampfauftakt mit Kanzler Olaf Scholz - begleitet von einem Pfeifkonzert. Auch die FDP mit Martin Hagen an der Spitze spielt im Freistaat nur eine Nebenrolle. Vor fünf Jahren rutschte sie mit 5,1 Prozent gerade so in den Landtag. Mit trumpschen Parolen wie „Unser Bayern zuerst“ treten die Höcke-Vertraute Katrin Ebner-Steiner und ihr Co Martin Böhm im AfD-Wahlkampf auf. Der Landesverband gilt als besonders radikal und kann auf ordentlich Rückenwind aus Berlin hoffen. Genauso wie der hessische. Das Koalitionsangebot des AfD-Spitzenkandidaten Robert Lambrou an die CDU hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein bereits klar zurückgewiesen. Rhein stellt sich zum ersten Mal zur Wahl, nachdem er Mitte 2022 das Amt von Volker Bouffier übernahm. Bereits seit knapp zehn Jahren regiert die CDU in Wiesbaden mit den Grünen. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hatte sich lange Zeit selbst Chancen auf die Staatskanzlei ausgerechnet, letzte Umfragewerte der Grünen sprechen jedoch eher dagegen. Weitere Konkurrenz muss Rhein vonseiten der SPD fürchten. Mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser tritt ein bekanntes Gesicht gegen ihn an. Zum ersten Mal könnte eine Frau Regierungschefin in Wiesbaden werden, allerdings ist der Abwärtstrend ihrer Bundespartei auch in Hessen spürbar. Auch die hessische Linke, politische Heimat der Bundesvorsitzenden Janine Wissler, kämpft gegen diesen Trend. Die Spitzenkandidaten Elisabeth Kula und Jan Schalauske müssen um den Wiedereinzug ihrer Partei fürchten. Die FDP dagegen, mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Stefan Naas an der Spitze, hofft auf Regierungsbeteiligung. Ampel oder Jamaika, die Liberalen halten sich alles offen. Rund 4,3 Millionen Wahlberechtigte in Hessen und 9,4 Millionen in Bayern - die Landtagswahlen am 8. Oktober haben Gewicht. Was machen die schlechten Umfragewerte der Bundesregierung mit SPD, Grünen und FDP in den Ländern? Kann die Union doch noch von den Fehlern der Ampel profitieren? Und punktet die AfD nach letzten Erfolgen im Osten nun auch im Westen? All das behält ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten am Wahlabend im Auge. Direkt aus dem Münchner Maximilianeum und aus dem Landtag in Wiesbaden berichtet das ZDF über die beiden Landtagswahlen. Für erste Einordnungen steht im Münchner Wahlstudio Parteienforscher Karl-Rudolf Korte bereit. Aktuelle Zahlen, Hochrechnungen und Analysen liefert die Forschungsgruppe Wahlen, präsentiert von ZDF-Politikchef Matthias Fornoff. In den 19.00-Uhr-„heute“-Nachrichten gibt es die neueste Hochrechnung und erste Interviews mit den Spitzenkandidaten der Parteien. Begleitet wird der Wahlabend auch online. In der ZDFmediathek, auf heute.de und in der App sind jederzeit alle Informationen, Statements von Bundes- und Landespolitikerinnen und -politikern, aktuelle Prognosen und Hochrechnungen abrufbar. Auf facebook.com/ZDFheute/ und Instagram /zdfheute/ werden die interessantesten Stimmen der Wahlgewinnerinnen und -gewinner sowie der Wahlverliererinnen und -verlierer gesammelt, dazu erfahren Nutzerinnen und Nutzer in Erklärgrafiken die interessantesten Analyseergebnisse der Forschungsgruppe Wahlen. Der gesamte Wahlabend ist live in der ZDFmediathek zu verfolgen.

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    Moderator:Bettina Schausten
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