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Städte sind seit jeher Wachstumsmagnete, Machtzentren, Kulturhochburgen, Wirtschaftsmotoren. Doch noch nie lebten weltweit so viele Menschen in Städten wie heute. Und es werden immer mehr. Längst droht der begehrte Lebensraum Stadt zum Alptraum zu werden. Wohnungsnot, fehlende Grünflächen, Verkehrsinfarkt - Dichte, Enge, Lärm, Stress - so sieht heute oft die Realität aus. Aber es gibt Lösungsansätze, die zeigen, wie durch Wachstum nach oben und unten urbane Räume vertikal erweitert und durch klug gestaltete Verdichtung aufgewertet werden können. Und das, ohne einen einzigen zusätzlichen Quadratmeter Boden zu versiegeln. Die Reihe „Drunter und Drüber“ stellt richtungsweisende Projekte aus der ganzen Welt vor. Der dritte Teil zeigt, wie die Umgestaltung von Verkehrswegen ganze Stadtviertel wiederbeleben kann.
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Fast alle Metropolen der Welt werden von Dauerstau geplagt. Umnutzung, Doppelnutzung, Über- und Unterbauung - hier liegt die Antwort im klugen Umgang mit Bestandsinfrastruktur. Wie etwa beim sogenannten Seoullo 7017 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Die ehemalige Stadtautobahn erstreckt sich über die größte Kreuzung der Millionenstadt. Trotz des hohen Verkehrsaufkommens wurde die aufgeständerte Trasse irgendwann nicht mehr gebraucht. Anstatt sie abzureißen, beauftragte die Stadt das niederländische Architekturbüro MVRDV mit der Umgestaltung in eine begrünte Fußgängerbrücke. Heute ist der Seoullo ein geradläufiger Stadtpark auf Stelzen. Er verbindet zwei Stadtteile und dient als Flaniermeile und Erholungsraum. Unten der Straßenverkehr, darüber ein Park: An diesem Konzept orientieren sich auch der Münchner Petuelpark und der Hamburger Deckel. In Berlin wurden in den 70er Jahren sogar Wohngebäude über eine Stadtautobahn errichtet: Über die Schlangenbader Straße zieht sich ein riesiger Block mit Sozialwohnungen, einem Park und vielen Freiflächen.
Verkehr und Wohnen, Freizeit und Mobilität - das muss kein Widerspruch sein, wenn das „Drunter und Drüber“ zusammenwirken. Auch die Promenade Plantée in Paris und der High Line Park in New York sind Beispiele für die erfolgreiche Umnutzung ehemaliger Verkehrswege. Die High Line im Meatpacking District zeigt, wie solche Projekte ganze Viertel wiederbeleben können: Entlang der alten Bahnschienen sind zahlreiche Sanierungen und Aufstockungen in dem ehemaligen Industrieviertel durchgeführt worden. Ein Stadtraum auf vielen Ebenen, mit Restaurants und Cafés auf den Dächern und einem Park auf Stahlsäulen. Auch hier gilt: Vertikales Wachstum kann Stadträume bereichern.
Hinweis
Online verfügbar von 24/09 bis 24/10
Personen
| Regie: | Birgit Eckelt, Frieder Käsmann |