Übersicht
Der Film zeigt das Leben einer jungen Mutter namens Juliette in Paris. In kurzen Episoden werden verschiedene Aspekte von Juliettes Leben thematisiert und die Stadt Paris als Schauplatz von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in den 1960er Jahren beleuchtet. Godard bricht mit konventionellen Erzählstrukturen und reflektiert über das Medium Film selbst - eines der wichtigsten Werke der französischen Nouvelle Vague.
Themen
Details
Der Film ist eine experimentelle Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm. Gezeigt wird Juliette Jeansons Leben als ein ständiges Hin und Her zwischen Arbeit, Freizeit und Gesellschaft. Juliette lebt mit ihrem Mann und Sohn in einem Pariser Vorort und arbeitet gelegentlich in einem Stundenhotel als Prostituierte, um mehr Geld für die neueste Mode zur Verfügung zu haben. In kurzen Episoden zeigt Godard ihr Privatleben, wie sie durch die Modegeschäfte der Stadt bummelt, in einem Café sitzt oder zum Friseur geht.
Dabei wechselt der Film immer wieder zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen, zwischen realen Szenen und montierten Bildern. Der Film thematisiert auch die sozialen und politischen Veränderungen, die Paris in den 1960er Jahren erlebt, indem immer wieder Fragmente aus den Gesprächen unbekannter Passanten zu hören sind. Godard zeigt die Veränderungen der Stadt durch den Wandel von alten Stadtteilen, die modernisiert werden, und neu entstehende Stadtteile am Stadtrand. Dabei kommentiert er gezielt den Kontrast zwischen den neuen Hochhäusern und den Altbauten. Parallel dazu zeigt der Film auch politische Unruhen wie Studentenproteste und Demonstrationen.
Hinweis
„Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß“ ist ein faszinierendes Kunstwerk, das die Konventionen des Films aufbricht und eine poetische und kritische Reflexion bietet über die Beziehung zwischen Individuum und Stadt, Politik und Gesellschaft sowie Film und Realität.
Der Film gilt als Hauptwerk aus Godards soziologischer Periode, zu der auch „Die Geschichte der Nana S.“ (1962), „Masculin - Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola“ (1966) und „Weekend“ (1967) gehören. Godard erzählt den Film in einem geflüsterten Voiceover, in dem er seine Ängste über die derzeitige Welt erörtert, einschließlich der Ängste im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg.
Der Film schneidet häufig zu verschiedenen Standbildern von leuchtenden Konsumgütern und laufenden Bauarbeiten. Wie viele von Godards Werken folgt der Film nicht dem narrativen Bogen des konventionellen Kinos mit Einleitung, Konflikt und Auflösung.Synchronfassung, Produktion: Argos Films, Anouchka Films, Les Films du Carrosse, Parc Films, Online verfügbar von 05/06 bis 04/08
Personen
Schauspieler: Rolle | Juliette Jeanson Marianne Christophe Jeanson John Bogus Robert Jeanson Roger |
| Regie: | Jean-Luc Godard |
| Drehbuch: | Jean-Luc Godard |
| Kamera: | Raoul Coutard |
| Musik: | Ludwig van Beethoven |