Ein Engel an meiner Tafel (An Angel at My Table)

Neuseeland, 1990
Drama
  • Breitwand-Format 16:9
  • HDTV
  • 20230306223500
VPS 00:00

Übersicht

Die pummelige, rothaarige Janet Frame wird von allen für etwas zurückgeblieben gehalten. Niemand bemerkt ihre herausragende Fantasie, die ihr hilft, aus der Realität in ihre eigene Märchenwelt zu flüchten. Als ihre geliebte Schwester stirbt, zieht sich Janet noch mehr zurück. Daraufhin wird bei ihr Schizophrenie diagnostiziert und sie kommt in eine geschlossene Anstalt.

Themen

    Details

    Das Leben meint es nicht gut mit der kleinen Janet Frame. In der Schule ist sie eine Außenseiterin, zu Hause herrscht Armut in der vielköpfigen Familie. Der Bruder leidet an epileptischen Anfällen, die älteste Schwester stirbt bei einem Badeunfall. Schon früh schafft sich der pummelige Rotschopf eine Gegenwelt der Märchen, und dieser zauberischen Fantasie verdankt Janet ihr Überleben. Hierhin wird sie sich flüchten, wenn sie später in Panik das Lehramtsstudium abbricht und nach einem Selbstmordversuch die Einweisung in eine Nervenklinik erfolgt. Nach acht Jahren der Angst und Qual wird sie entlassen und lernt während eines Literaturstipendiums Europa kennen. Nach dem Tod ihres Vaters kehrt sie nach Neuseeland zurück und wird zur berühmtesten Schriftstellerin ihres Heimatlandes.

    Hinweis

    Jane Campion schildert den schmerzhaften Weg des Erwachsenwerdens einer Frau, die sich schon früh als Außenseiterin begreift. Fremd im Alltag und vermeintlich hässlich, entwickelt Janet schon früh einen besonderen Blick auf die Welt. Diesen Blick darstellbar zu machen, die Wahrnehmung der kindlichen Fantasie über die Kamera sichtbar werden zu lassen, gelingt Jane Campion mit scheinbar einfachsten Mitteln. Behutsam reiht sie die kleinen Tragödien einer schwierigen Kindheit aneinander, immer auch mit dem Blick für die absurde Komik, die sich in den kleinen Szenen des Alltags verbirgt. Kein verzweifelter Schrei nach Freiheit wird laut, aber der Wunsch durchdringt spürbar Lebensabschnitt für Lebensabschnitt, bis der Weg über die Literatur freigekämpft ist. Als erste Frau in der Filmgeschichte erhielt die neuseeländische Filmemacherin Jane Campion bei den Filmfestspielen in Cannes 1993 die Goldene Palme. Ihr umjubeltes Meisterwerk „Das Piano“ trat auch in deutschen Kinos seinen Siegeszug an. Mit „Ein Engel an meiner Tafel“ sorgte sie drei Jahre vorher in Venedig für Furore: ein bemerkenswerter Film über eine bemerkenswerte Frau, der allein bei den Filmfestspielen in Venedig mit sieben Preisen ausgezeichnet und euphorisch gefeiert wurde.Synchronfassung, Produktion: Hibiscus Films Ltd., Online verfügbar von 06/03 bis 05/05

    Personen

    Schauspieler:
    Rolle
    Janet
    Janet als Jugendliche
    Janet als Kind
    Mutter
    Vater
    Myrtle
    Regie:Jane Campion
    Drehbuch:Laura Jones
    Kamera:Stuart Dryburgh
    Musik:Don McGlashan
    TVinfo
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