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Der Arbeiterschicht anzugehören, bedeutete in der ausgehenden Donaumonarchie ein Leben am oder unter dem Existenzminimum. Erst spät erwachte in Wien das Verantwortungsgefühl für die Armen.
Davor gab es keinerlei sozialen Netze. Es herrschte der Glaube vor, dass jeder seines Glückes Schmied sei. Wer durch Krankheit oder einen Unfall seiner Arbeit nicht mehr nachgehen konnte, den fing niemand auf.
Viele Menschen lebten in den Kanälen und ernährten sich von dem, was Wienfluss und Donau anschwemmten. Die „Strottern“ - Menschen, die in Abfall stöbern - fischten das Fett, das die Schlachthöfe und Gasthäuser in den Fluss schütteten, und versuchten, es zu Geld zu machen. Vor den Toren Wiens lebte das Proletariat in slumartigen Hütten, völlig sich selbst überlassen. Erst das „Rote Wien“ nahm sich dieser verarmten Massen an und gab ihnen eine politische Stimme.
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