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Es ist ein Ort, wie es ihn in Deutschland kein zweites Mal gibt. Eine Landschaft mit vielen Gesichtern und in dieser Kombination einmalig. Im Mansfelder Land, hunderte Kilometer vom Meer entfernt, wachsen typische Küstenpflanzen wie sie sonst nur an der Nord- oder Ostsee zu finden sind, auf den sumpfigen Schilfflächen grasen Wasserbüffel und am Himmel zwischen Eisleben und Halle ziehen exotisch anmutende Vögel wie Bienenfresser ihre Kreise.
„Ich komme aus Italien und wusste, dass das Land um die Saale etwas mit Salz zu tun hat. ‘Sale‘ heißt auf Italienisch ‘Salz‘“, sagt Noa Terracina vom Jugendbund für Naturbeobachtung. „Aber ich war noch nicht hier am Salzigen See. Ich finde das sehr faszinierend, vor allem die Salzvegetation. Das ist wirklich cool und unerwartet.“
Es ist eine Welt, die weit und breit zu den artenreichsten Landschaften gehört und eine, die das Ergebnis einer der größten Naturkatastrophen in Mitteldeutschland ist. Denn wo sich heute eine riesige Ebene erstreckt, schäumte vor 150 Jahren ein riesiges Meer, Mitteldeutschlands größter Binnensee - der Salzige See. Ende des 19. Jahrhunderts versiegten Millionen Kubikmeter Seewasser in durch Bergbau freigewordene unterirdische Gänge. Übrig geblieben ist eine Landschaft mit einem Mosaik aus Salzwiesen, Steppenvegetation und einer vor Artenreichtum strotzenden Tierwelt. Seit 2026 zählt dazu auch eine Herde Wasserbüffel.
„Jetzt fühle ich mich hier fast wie in Afrika. Das ist großartig, so etwas zu sehen. Ich bin sehr zufrieden und ich freue mich schon auf den Moment, wo sie sich vermehren und weiter ausbreiten dürfen“, schwärmt Svenja Sammler, von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Von dieser Stiftung stammt die Idee für das besondere Beweidungskonzept. Seit 2012 gehört ihr fast das gesamte Naturschutzgebiet am Salzigen See. Doch in den letzten Jahren verliert die Landschaft immer mehr von ihrem Reiz. Dichte, bis zu zwei Meter hohe Schilfflächen verdrängen zunehmend die wertvollen Salzwiesen und damit auch den Lebensraum für viele seltene Vogelarten wie dem Blaukehlchen.
Das neue Beweidungskonzept erklärt Sebastian Stens, Landwirt am Salzigen See, so: „Die großen Schilfflächen sollen von den Büffeln beweidet werden. Denn Wasserbüffel können nicht schwitzen und müssen deshalb regelmäßig baden. Dadurch müssen sie durchs Schilf, treten es platt und grasen es ab. Bisher war das alles verwildert und wir konnten es auch nicht mehr mähen und landwirtschaftlich nutzen. Jetzt werden uns die Wasserbüffel dabei helfen.“
Der Film begleitet das besondere Pilotprojekt, genauso wie die Arbeit von Ornithologen und Botanikern, die versuchen, den vielen Geheimnissen des Salzigen Sees auf den Grund zu gehen - einer nahezu unbekannten Welt mitten in Deutschland.
Hinweis
Audiodeskription
Personen
| von: | Peter Simank, Stefan Simank |
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