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Das Klavier war für Franz Liszt Orchester, Bühne und ein Werkzeug der Revolution - mit ihm prägte er die Musik des 19. Jahrhunderts wie kein Zweiter. Die beiden Konzerte Nr. 1 und 2. entstanden fast zeitgleich über viele Jahre hinweg und sprengten den formalen Rahmen des Genres hin zu einer durchgehenden Erzählung, die der Sonate nahekommt oder der symphonischen Dichtung.
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Bertrand Chamayou tritt oft und gerne mit dem Ensemble Les Siècles auf, einem Orchester, das auf deutschen Instrumenten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts spielt. Der Klang versetzt die Zuhörerinnen und Zuhörer in genau jene Epoche, in der Franz Liszt mit seinen Klavierkonzerten Nr. 1 Es-Dur und Nr. 2 A-Dur Musikgeschichte schrieb. Er begann mit den Arbeiten in den 1830er Jahren und es brauchte viele Versionen und Veränderungen bis zu ihrer Fertigstellung.
Das Konzert Nr. 1 wurde 1855 unter Leitung von Hector Berlioz und mit dem Komponisten selbst als Solisten in Weimar uraufgeführt. Vier ohne Unterbrechung gespielte Sätze folgen dicht aufeinander, ganz im Stil einer großen Variation über ein zyklisches Thema.
Das Konzert Nr. 2 kam 1857, ebenfalls in Weimar, zur Uraufführung. Der Komponist dirigierte, den Solopart übernahm sein Schüler Hans von Bronsart, dem das Werk gewidmet ist. Auch hier folgen die insgesamt sechs Sätze ohne Unterbrechung aufeinander. Das Klavier verschmilzt gleich zu Beginn „dolce soave“ mit Oboe, Klarinette und schnell mit dem ganzen Orchester. „Liszt will weniger blenden als vielmehr bewegen und erreicht in diesem ‘bewundernswerten zweiten Konzert‘ weniger Glanz als vielmehr Tiefe“, so Jankélévitch.
Bei den Osterfestspielen in Aix-en-Provence übernimmt der Franzose Bertrand Chamayou den Klavierpart. Der international gefragte Pianist ist besonders bekannt für seine Interpretationen französischer Musik und zeitgenössischer Werke. Er hat mit den großen Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts zusammengearbeitet und tritt regelmäßig mit den renommiertesten Orchestern der Welt auf.
Hinweis
Originalvertonung
Personen
| Regie: | Sébastien Glas |
| Dirigent: | Jakob Lehmann |