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Auf der ansonsten ruhigen Hochgebirgswiese zerreißt ein Schrei die Luft: das schrille Pfeifen eines Murmeltiers. Es kann verschiedene Bedeutungen haben: vor Gefahr warnen, zum Kampf herausfordern oder zum Sammeln aufrufen. Weit entfernt vom Image des harmlosen Plüschtiers sind die unterirdischen Kolonien der Alpenmurmeltiere Schauplatz gnadenloser Revierkämpfe.
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Jeder kennt die rundliche Silhouette und das Schnäuzchen der „süßen“ Alpenmurmeltiere. Tatsächlich aber sind die Nager alles andere als freundlich. Im Naturschutzgebiet Grande Sassière in den französischen Alpen liefern sich die einzelnen Kolonien erbitterte Revierkriege. 1990 beobachtet ein Forscherteam in diesem einzigartigen Naturparadies rund dreißig Murmeltierfamilien. Was sie dabei herausfanden, ist von hochkomplex: Rangkämpfe, Putschversuche, Kindsmorde, strategischer Verrat und kollektive Opferungen. Jede Kolonie bewohnt eine unterirdische Burg, deren Gesamtgröße etwa ein halbes Fußballfeld umfasst, und kämpft in einer gnadenlosen sozialen Rangordnung ums Überleben. Nur das dominante Alphapaar darf sich fortpflanzen.
Aber heute bedroht ein neuer Feind die Dynastien. Die Klimaerwärmung stellt ihre Überlebensstrategien infrage und schmälert die wärmedämmende, schützende Schneedecke über den Bauten. Schon jetzt wird ein kontinuierlicher Rückgang der Population registriert. „Entschlossen kämpft das Murmeltier“ zeigt aus nächster Nähe und über Jahreszeiten und Generationen hinweg, wie die Gebirgsmaskottchen leben. Ihr Sozialgefüge zählt zu den faszinierendsten in der Tierwelt - und spiegelt die Dynastiegeschichten des Menschen auf verblüffende Weise.
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Originalvertonung
Personen