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Von Leonie Böhm und Julia Riedler
Lichtdesign: Ines Wessely
Dramaturgie: Matthias Seier
Fräulein Else vom Wiener Volkstheater erzählt von seelischem Druck und gesellschaftlichen Erwartungen. Arthur Schnitzlers innerer Monolog wird zum intensiven Theatererlebnis.
Im Zentrum steht die junge Else, die sich in einer existenziellen Ausnahmesituation wiederfindet. Zwischen familiären Verpflichtungen, moralischen Zumutungen und eigenen Sehnsüchten entfaltet sich das Porträt einer Frau am Rand des Erträglichen.
Die Inszenierung am Wiener Volkstheater konzentriert sich ganz auf die innere Bewegung der Figur. Mit reduzierter, präziser Bildsprache entsteht ein Raum, in dem Gedanken, Zweifel und Affekte unmittelbar erfahrbar werden. Sprache, Körper und Rhythmus verdichten sich zu einem psychologischen Kammerspiel von großer Nähe.
Julia Riedler gestaltet die Figur der Else mit eindringlicher Präsenz und feiner Genauigkeit. Für ihre Darstellung wurde sie von „Theater heute“ 2025 zur Schauspielerin des Jahres gewählt. „Fräulein Else“ nach Arthur Schnitzlers gleichnamiger Novelle von 1924 zeigt, wie gesellschaftlicher Druck und persönliche Abhängigkeiten ineinandergreifen - und stellt Fragen nach Autonomie und Grenzüberschreitung, die bis heute nachwirken.
Redaktionshinweis: Als Medienpartner des Berliner Theatertreffens zeigt 3sat vier „Starke Stücke“ vom 63. Berliner Theatertreffen (1.-17.5.2026). Den Auftakt macht „Fräulein Else“ vom Volkstheater Wien. Am Samstag, 9. Mai, um 20.15 Uhr folgt „Mephisto“, inszeniert von Jette Steckel für die Münchner Kammerspiele, am Samstag, 16. Mai, um 20.15 Uhr „Il Gattopardo“ („Der Leopard“), inszeniert von Pinar Karabulut für das Schauspielhaus Zürich.
Das vierte „Starke Stück“, „Wallenstein“, inszeniert von Jan-Christoph Gockel für die Münchner Kammerspiele, ist ab Samstag, 10. Mai, zusammen mit den drei anderen „Starken Stücken“ in der 3satMediathek abrufbar.
Hinweis
Frei nach Arthur Schnitzler, Volkstheater Wien, 2026
Personen
| Kostüme: | Belle Santos |
| Inszenierung: | Leonie Böhm |