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„Putzfraueninsel“, Betonburgen, Ballermann: Mallorcas Image ist negativ behaftet. „mareTV“ ergründet den Charme der größten Baleareninsel jenseits von Tourismustrubel und Rambazamba.
So erschließt sich das „wahre“ Mallorca am besten über echte Mallorquiner: Manolo Barahona, TV-Angelexperte vom lokalen Inselsender IB3, steht vor der schwierigsten Aufgabe des Jahres: Der Raor, der teuerste Fisch der Insel, hat Saison.
Manolo soll ihn erst vor die Kamera und dann in die Pfanne kriegen. Die Sache hat nur einen Haken: Der kleine Fisch mit den Piranhazähnen will einfach nicht ins Fernsehen.
In den ersten Monaten des Jahres verwandelt sich Mallorca in ein Meer aus Mandelblüten. Rund sieben Millionen Mandelbäume gibt es auf der Insel, einst angepflanzt als Ersatz für abgestorbene Weinreben. Doch auch die Mandelbäume sind inzwischen bedroht. Das Feuerbakterium breitet sich immer weiter aus, vor allem auf den großen Plantagen. Der Bauer Biel Torrens will Mallorcas Mandelbäume und die Früchte mit einer kleinen Bioplantage und sanften Erntemethoden retten. Er schüttelt die Mandeln von Hand vom Baum, statt mit dem maschinellen Rüttler.
„Cap de Formentor“ ist der nördlichste Punkt Mallorcas. „Treffpunkt der Winde“ nennen ihn die Mallorquiner. Steine spielten in der felsigen und rauen Gegend schon immer eine besondere Rolle. Die berühmten Steinschleuderer, die Foners, kämpften einst für die Heere Roms und Karthagos. Die Foners von heute messen sich nur noch bei Sportwettkämpfen. Altmeister Diego Camuñas fertigt seine Steinschleudern selbst, geflochten aus den Fasern der Agave.
Jaume Gual hängt mal wieder über der Bordwand des Patrouillenboots und schaut in die Röhre. Erwischt hat er einen Falschparker zur See. Der Motorboot-Tourist hat seinen Anker mitten in einer Seegraswiese gesetzt. Das gibt einen Buchtverweis und ein saftiges Bußgeld. Vor Mallorca finden sich die größten Neptungraswiesen im Mittelmeerraum. Sie gelten als „Lunge des Meeres“ - und die wird durch rücksichtslose Touristen gefährdet.
Vor einigen Jahren hat Francisco Pizá Bordoy seine Strandbar nahe Ses Salines eröffnet. Wer einen solchen Chiringuito betreibt, ist auch für den gesamten Strandbetrieb verantwortlich. Er muss Rettungsschwimmer beschäftigen, den Sand sauber halten, ausreichend Toiletten und natürlich Liegen aufstellen. Kurzum: für totale Entspannung bei den Gästen sorgen. Selbst kann der Strandunternehmer nur selten relaxen, denn im Hauptberuf ist er Polizist. Sicher ist sicher, denn der Pachtvertrag für seinen Strandabschnitt ist zeitlich befristet. Und die Konkurrenz schläft nicht.
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