'Ich bin ganz ehrlich davon überzeugt, dass ich bei Weitem der beste Ministerpräsident bin, den Italien im Laufe seiner 150-jährigen Geschichte gehabt hat', - so die öffentliche Selbsteinschätzung von Silvio Berlusconi im September 2009. Nach Wochen und Monaten, in denen er international vor allem durch Skandale Schlagzeilen gemacht hatte, von Rücktrittsgedanken keine Spur.
Trotz aller Beweise seiner Ausschweifungen: Fotos mit leicht bekleideten Frauen in seiner Villa auf Sardinien, eine Eskorte-Dame, die behauptet, Geld für eine Nacht mit dem Präsidenten bekommen zu haben, sowie das ungeklärte Verhältnis zu der inzwischen 18-jährigen Noemi Letizia, die ihn vertrauensvoll 'Papi' nennt und der Grund für das Scheidungsgesuch seiner Ehefrau ist, haben dem italienischen Skandal-Politiker kaum geschadet. In Meinungsumfragen stehen die meisten Italiener weiter hinter ihm, seine Regierungskoalition verfügt über eine breite Mehrheit im Parlament, Berlusconi steht unangefochten an der Spitze seiner Partei. Wie konnte es der erfolgreiche Unternehmer Silvio Berlusconi schaffen, fast uneingeschränkt in Italien zu herrschen? Was fasziniert die Italiener an ihrem 'Cavaliere' - während das Ausland über seine Fehltritte den Kopf schüttelt? Ist Italien, wie der Politikwissenschaftler Giovanni Sartori behauptet, inzwischen gar ein Sultanat? Der Film 'Medien, Macht und Macho' dokumentiert das 'System Berlusconi'.