Stille Nacht, heilige Nacht - der Advent als Zeit der Besinnung? Nicht immer. Die Vorweihnachtszeit kann auch grell, laut und sexy sein: Statt vier Kerzen leuchten beim Dortmunder Lichterhaus über 50.000 Lämpchen. Seit mehr als zehn Jahren verwandelt die Familie Pingel ihr Haus in ein einzigartiges Lichtermeer.
Angefangen hat die Lampen-Ekstase mit einem einzigen, strahlenden Weihnachtsmann im Vorgarten. Heute erleuchten ein 500 Meter langer Lichtschlauch, 25 Lichterketten, 70 Eislichtvorhänge die Beete, Hecken und Fenster. Gut vier Wochen benötigt Jörg Pingel für die Vorbereitung bis zur großen Einschaltparty Ende November. Bei einer immer größer werdenden Party fiebern Freunde, Nachbarn und Lichterhausfans aus ganz Nordrhein-Westfalen dem großen Moment entgegen, wenn per Knopfdruck das Haus tausendfach erstrahlen soll. Die Ehre, den roten Knopf zu drücken, hat die Familie Pingel dieses Jahr zum ersten Mal bei einem Internetauktionshaus versteigert. Der Erlös der Auktion wird dem Verein 'Kinderlachen e.V.' gespendet. Jörg Pingel kann den Moment des Einschaltens allerdings kaum genießen, zu groß ist die Anspannung, ob die selbst verlegten Leitungen, Anschlüsse und Verkabelungen den 12.000 Watt standhalten.
Weihnachtlich wird es auch auf der Hamburger Reeperbahn. Mitten in St. Pauli öffnet Deutschlands frivolster Weihnachtsmarkt seine Pforten. Besucher hören hier im Hintergrund nicht das Weihnachtsoratorium, sondern eine Swingband, die auf einer der Live-Bühnen für Stimmung sorgt, Totenkopfflaggen wehen im Kerzenschein und der 'Santa Pauli' kontrolliert persönlich, dass wirklich nur Erwachsene den 'Ü18 Tannenwald' betreten. Organisator Jochen Bohnsack versucht einen Spagat zwischen klassischem und erotischem Weihnachtsmarkt. Für ihn bedeutet der Tag der Eröffnung Stress pur. Im Erwachsenenbereich servieren barbusige Engel die Getränke, statt Weihnachtsfiguren werden Holzdildos angeboten und Erotikstar Biggi Bardot lässt auf der Bühne alle Hüllen fallen. Ein Fest der Liebe - ganz nach St. Pauli-Art.